Mittwoch, 12. September 2018

Tag 16 bis Tag 19

Sonntag, 09.09.

Heute können wir endlich mal wieder eine normale Radetappe absolvieren. Das Wetter ist mehr als bestens. Die Tour geht großteils entlang der Rhone mit kleinen Abstechern ins Hinterland. So landen wir in Rochemaure unterhalb einer alten Burgruine die den gesamten Hügel über dem Dorf in Anspruch nimmt. In Bourg-Saint-Andeol endet unsere Tour heute. Ein Sprung in den Pool spült die Reiseanstrengungen schnell ab. Einziges Manko, die Zeltplatzwiese ist total Mücken verseucht. So sehen wir abends aus wie die Streuselkuchen.




Montag, 10.10.

Es geht nach Avignon heute. 70 bis 80km ca trennen uns morgens noch von der Stadt. Diese sind jedoch schnell abgestrampelt, bei dem flachen Streckenverlauf hier. So kommen wir kurz nach Mittag auf dem Camping nördlich der Altstadt an. Vom Ufer an der Rhone vor unserem Campingplatz hat man eine fantastische Sicht über den Fluss auf die alten Befestigungsanlagen, den Papstpalast und eine alte halbierte Zufahrtsbrücke zur Stadt. Im 14. Jh. residierte hier ein Gegenpabst zum Pabst in Rom. Die Altstadt ist wirklich beeindruckend. Auf einem Hügel über der Stadt kann man den Pabstgarten besichtigen, von dem man auch eine wunderbare Sicht über die Umgebung hat. Avignon ist wirklich eine Reise wert.



Dienstag, 11.09.

Wir haben beschlossen noch ans Mittelmeer zu fahren. Dazu fahren wir heute mit dem Zug nach Miramas einige km aus Avignon heraus. Von hier aus geht es nach Port de Bouc an der Rhone Mündung ins Mittelmeer. Am Meer wird die Fahrt auf einmal wieder ziemlich hügelig und anstrengend nach all dem Flachlandradeln die letzten Tage. Auf dem Weg dahin stossen wir auf eine archäologische Ausgrabungsstätte auf einem Hügel in idyllischer Lage kurz vor dem Meer. Hier gab es eine Siedlung der Gallier ca.700 bis 200 Jahre vor Christus. Schon sehr beeindruckend hier zwischen den alten Grundmauern zu laufen. In Port de Bouc ancekommen, sind wir ziemlich enttäuscht von der Mittelmeerszenerie hier. Alles ziemlich industriell geprägt hier. Vom Strand aus siejt man eine Raffinerie neben der nächsten bis zum Horizont. Der örtliche Camping ist geschlossen, nicht erst seit gestern, wer will hier auch schon Urlaub machen. So setzen wir unsere Fahrt fort Entlang von Raffinerien und Industriegebieten geht es rüber nach Martigues, ein hübsches kleines Fischerdorf, das man fast übersieht, bei dem Verkehr der hier durchrollt. Unsere Fahrt geht weiter nach Süden. Bei Les Bastides finden wir dann endlich unseren  Campingplatz mit kleiner idyllischer Bucht. So können wir abends endlich in die See springen und es uns gut gehen lassen.




Mittwoch 12.09.

Wir haben es von hier aus nicht mehr weit nach Marseille. So ist der Entschluss schnell gefaßt, das es heute dorthin geht. Die Fahrt wird bei gleißender Sonne noch mal richtig anstrengend. Wer hätte gedacht das es hier nochmal so bergig wird. Marseille ist Verkehrschaos pur. Ich weiß nicht wieviele Einbahnstrassen wir verkehrtrum hier gefahren sind, ein Stück Autobahn nehmen wir auch mit, das interessiert hier niemanden. Einquartiert sind wir hier heute mitten in der Innenstadt. Der erste Eindruck von Marseille ist miserabel, dreckig, chaotisches Strassengewirr. In der Innenstadt wird es dann aber besser, nicht mehr so heruntergekommen wie die Aussenbezirke. Aber Marseille hat durchaus Charme. Im Gebiet um den alten Hafen gibt es viel zu entdecken und ein buntes Treiben auf den Strassen. Am Ende des Hafens finden wir einen schönen Aussichtspunkt am Palais de Pharo über die Stadt. Hier ist man auch weit weg vom Großstadtlärm und kann die Seele etwas baumeln lassen und den Ausblick geniessen.





Samstag, 8. September 2018

Tag 10 bis Tag 15

Montag, 03.09.

Die Fahrt geht im Zickzackkurs heute weiter, mal fahren wir an der Seepromenade unten lang, mal geht die Fahrt hoch in die Weinberge über dem See mit Blick auf den See. Die Berge am anderen Seeufer kann man nur erahnen, zu diesig heute. Am See unten kommen wir an einem urigen kleinem französisch angehauchtem Dörfchen vorbei, Saint Prex. Eigentlich sollte unsere Fahrt heute kurz vor Genf auf einem Zeltplatz enden, dieser stellt sich allerdings nur als Caravanstellplatz heraus, nix Zelte. Also gehts noch 20km weiter durch Genf durch, auf einen Campingplatz oberhalb von Genf. Durch Genf durch heißt das Stop and Go, 20m fahren -Ampel -20m fahren ...
Der Camping hier ist nicht schlecht, liegt aber direkt an der Einflugschneise zum Flughafen. Bei manchen vorbeikommenden Fliegern hat man das Gefühl dem Piloten faßt die Hand schütteln zu können.
Auf dem Camping lernen wir 2 Schweizer Radreisende kurz kennen. Die beiden lassen sich gerade von einem Taxi abholen um zum Essen zu fahren. Die Ausrüstung der beiden ist komplett neu, Zelt, Fahrräder, Packtaschen staubfrei, kratzerfrei wie im Katalog. Die beiden machen sich nicht mal die Mühe die Packtaschen
abzuladen. Wie unterschiedlich Fahrradreisen doch aussehen können, schmunzeln wir über die beiden, während wir uns die selfmade Spaghetti an der Kochstelle vorm Zelt reinhauen.




Dienstag, 04.09.

Hurra wir sind in Frankreich, 20km hinter Genf überfahren wir die Grenze und freuen uns schon auf die französische Lebensart. Weitere 20km weiter kehren wir in einem Dorf, mittlerweile mittags, in ein Restaurant ein, dringend nötig, da Frühstück bisher heute ausgefallen war. Was gibt es besseres als ein französisches Restaurant um 2 Mahlzeiten auf zu holen. Wir werden auch nicht enttäuscht, nach 4 Gängen und 2 Stunden später, müssen wir wieder aufs Rad klettern. Von der Rhone an sich sehen wir heute wenig. Die Fahrt ist ziemlich hügelig. Erst am Campingplatz in Seyssel treffen wir wieder auf die Rhone.



Mittwoch, 05.09.

Frühstück gibts heute beim französischen Bäcker um die Ecke. Danach gehts weiter die Rhone entlang, die mittlerweile schon zu einem ziemlich breiten Fluss geworden ist. Schön ist das es hier in Frankreich keine Ufereinfassungen mehr gibt, sondern natürlich belassene Ufer. Die Rhone hat sich ihr Tal hier durch Kalkstein gefressen, so das die Hänge ähnlich wie an der heimischen Saale aussehen. Unsere Tour heute verläuft aber relativ flach heute, meist schön unten an der Rhone entlang. Da wir gestern so faul waren, wird das heute eine ganz schöne Mörderetappe. Vor aĺlen Dingen ab nachmittags brennt die Sonne unerbittlich und kaum Schatten unterwegs. Uns ist danach zumute unterwegs in die Dorfbrunnen zu springen, leider zu viel Publikum, aber zur Erfrischung reichts. Nach ca.120km kommen wir dann an unserem Ziel einem Campingplatz bei Saint Vulbas an. Ein Sprung in den Pool hier spült einen Teil der Reisestrapazen schnell von uns ab, eine wahre Wohltat.



Donnerstag, 06.09.

Beim Zeltabbau morgens macht es pmötzlich Knack-Knack. Mist da sind mit einem Schlag 2 Aluverbinder zwischen den Zeltstangen gebrochen. Ein Alu erbinder war s hon in der Schweiz gebrochen, dafür hatte ich noch ein provisorisches Rohrstück zum Überbrücken dabei. Das waren jetzt eindeutig 2 Knackse zuviel, so kriegen wir das Zelt nichz mehr aufgebaut. Somit steht das Programm für heute fest, nach Lyon fahren und irgendeinen Ersatz finden. Nach Lyon rein kommt man mit Fahrrad vom Osten her recht gut. Man fährt durch die parkartigen  Rhoneauen neben der Stadt. Den ganzen Tag über nieselt es heute. Einen Campingladen finden wir auch. Leider hat der nicht meine Gestängeverbinder. Der Angestellte ist aber super nett und bastelt uns kurzerhand eine neue Zeltstange mit gleicher Länge, so kann ich die alte Stange als Ersatzteilspender benutzen. Von Lyon sehen wir heute bis auf ein paar Innenstadtstraßen heute nicht viel. Bei dem miesen Wetter macht so ein Stadtbummel auch nicht allzuviel Spass. Wir beschliessen also weiter zu fahren. Da mittlerweile Rush hour ist nicht die beste Idee. So quälen wir uns mit hupenden Autoströmen in mittlerweile strömenden Regen Richtung Süden aus der Stadt raus. Nach 30km Stop and Go ist es dann fast geschafft und wir stehen auf einem Campingplatz in Givors. Blöd nur hier gibts keine Rezeption und man macht uns schnell klar das hier ist ein Privatverein und nicht öffentlich. Na super, mein Handy hat im strömenden Rehen mittlerweile auch den Geist aufgegeben, somit auch keine Navigation mehr möglich. Im nächsten Dorf finden wir eine hilfsbereite französische Familie, die uns den Weg zu einem Hotel in der Nähe zeigt. Wir werden auch auf einen Kaffee eingeladen, lehnen aber ab, wir sind bis auf die Knochen durchnäßt und wollen nur noch so schnell wie möglich ins Hotel und die Klamotten wechseln. Trotz allem eine supernette Begegung, die solchen Reisen ihren Erinnerungswert gibt.


Freitag, 07.09.

Mein Handy findet seine Lebensgeister trotz Bearbeitung mit Heißluftphön nicht wieder. Mist jetzt haben wir nur noch die Himmelsrichtungen zur Orientierung. Wir fahren erstmal weiter nach Vienne. Das ist schon ganz schön blöd plötzlich ohne Karte und Navigation in einem fremden Land zu stehen. In einem Buchladen finden wir eine kleine Kartensammlung zum Rhoneradweg, aber auch unvollständig und ohne Campingplätze, nur bedingt hilfreich, gibt einem zumindest ein besseres Gefühl. Nach längerem Suchen finden wir dann endlich einen Service Point for Mobiles. Und was soll ich sagen nach 30 Sekunden haben die mein Smartphone wie von Zauberhand wieder rebootet. Ich bin überglücklich, schon krass wie fast unersetzbar so ein Smartphone werden kann. In der Zwischenzeit haben wir Vienne etwa erkundet, ein superschönes Städtchen mit Kathedrale und alten römischen Anlagen, unzähligen Gäßchen zum Erkunden. Mittlerweile nachmittags geht die Fahrt dann weiter, und was soll ich sagen nach 10km bricht ein Verbinder an meinem Fahrradgepäckträger. Noch kann ich damit weiterfahren, aber das sollte schleunigst repariert werden, bevor da noch mehr wegbricht. Nach 20km erreichen wir Saint Pierre de Boeff, wo wir campen. Beim Zeltaufbau bricht der nächste Aluverbinder, was für ein Schrott. Zum Glück haben wir noch Ersatzteile von der alten Zeltstange. Was für eine Tour, ich sollte sie mittlerweile in Tour de Carambolage umbenennen.





Samstag, 08.09.

Die Strecke entlang der Rhone ist komplett flach. Wir fahren fast den ganzen Tag in Sichtweite der Rhone. Es geht durch kleine Städtchen mit großen schönen alten Brücken über die Rhone.
Nach 30km erreichen wir Sarris, hier gibt es einen Fahrradladen. Der Monteur hat aber keine Zeit für uns, so schleife ich mir in seiner Werkstatt die gebrochene Strebe selbst zurecht, um sie anschließend mit einem Blech medizinisch korrekt zu schienen. Saubere Arbeit, so kanns weiter gehen.
Die nächste größere Stadt ist nach weiteren 50km Valence. Besonders gefällt uns hier der schöne Park mit Springbrunnen und alten schattigen Bäumen, genau das richtige bei der brennenden Sonne. Nach weiteren 10km landen wir auf einem kleinen Campingplatz.



Sonntag, 2. September 2018

Tag 6 bis Tag 9

Donnerstag, 30.08.

Gestern hat sich der Himmel über Andermatt dann doch noch zugezogen und die ganze Nacht über geregnet. Wir packen frühs im Nieselregen unsere Klamotten und das durchnäßte Zelt zusammen. Hier ist alles Wolken- und Nebelverhangen, ganz schön ungemütlich. Um 8:30 sitzen wir im Postbus, der uns auf den Furkapass bringt. Sichtweite ist fast gleich null. Unser Busfahrer fährt die engen Serpentinen mit traumwandlerischer Sicherheit hoch. Hinter den Leitplanken ist nur grau zu sehen, man kann den Abgrund dahinter nur erahnen. Auf der Passhöhe setzen wir uns auf die Räder, um uns herum ist alles grau, die Berge sind weg. Nach kurzer Strecke erreichen wir den Rhonegletscher, ab hier werden wir der Rhone folgen. Den Gletscher, bzw. seine Reste kannman besichtigen. In einen abgedeckten Teil des Gletschers ist ein Tunnel geschlagen. So läuft man hier durch einen beeindruckenden blau schimmernden Eistunnel, wirklich schön. Mittlerweile klart der Himmel um uns etwas auf, tatsächlich da sind Berge. Von hier oben beginnt für uns eine super Abfahrt nach Gletsch ins Rhonetal. Die ersten km folgen wir der Rhone, danach wirds wieder bergig, wir fahren wieder die Talränder hoch und runter. Dafür ist es aber wirklich sehr abwechsungsreich mit superschönen alten Dörfern und Ausblicken ins Rhonetal. Die Dörfer hier sind der Hammer. Im ersten Dorf denkt man noch man ist in einem Museumsdorf, bis man merkt das alle so aussehen. Superschön sind Reckingen und das Musikdorf Ernen. Man fühlt sich ins Mittelalter zurück versetzt. Bis auf einen Campingplatz direkt an der Rhone bei Grengiols führt uns unsere Fahrt heute. Das war wirklich ein grandioser Tag in der Schweiz heute.







Freitag, 31.08.

Der Himmel heute früh ist zugezogen. Äußerst wechselhaft und trist, das Wetter heute, mal nieselt es ..Regenklamotten an, dann hört es mal wieder auf ..Regenklamotten aus ... Die Rhone herauf weht uns ein Gegenwind entgegen. Wir bleiben heute immer schön im Tal. Mittlerweile wird um uns herum französisch gesprochen. Die Rhone ist zu einem richtigen Fluss angeschwollen. Die Ortschaften sehen immer industrieller aus, keine Museumsdörfer mehr. So wird das ganze heute zu einem reinen Fahrtag ohne große Sehenswürdigkeiten. Bis auf einen Campingplatz hinter Sion kommen wir heute.


Samstag, 01.09.

Das Wetter bleibt trübe heute. Das Rhonetal herauf bläst uns heute ein starker Wind entgegen. So fahren wir großteils im Energiesparmodus. Die Bergspitzen um uns sind in Wolken gehüllt. Saint Maurice ist ein hübsches kleines Örtchen in dem wir unterwegs Rast machen. Ganz schön teuer die Schweiz, Essen kostet hier locker das Doppelte wie in good old germany, aber was solls. Unsere Tour endet heute am Genfer See kurz vor Montreux. Vom Campingplatz hat man einen phantastischen Blick auf Montreux. Das Anbaden im Genfer See lassen wir uns nicht vom schlechten Wetter vermiesen. Wahrscheinlich sind wir die einzigen Badegäste im See heute, nach der anstrengenden Radtour aber eine wahre Wohltat. Zum Abend hin reißt die Wolkendecke über dem See auf und bietet mit durchbrechender Sonne ein spektakuläres Panorama über dem See.







Sonntag, 02.09.

Heute wird es eine gemütliche Tour am Genfer See entlang. Wir haben endlich wieder besseres Wetter, auch wenn der Gegenwind bleibt. Langsam ziehen wir die Seepromenade unterhalb Montreaux entlang und genießen das rege Leben hier. Es geht vorbei am Chateau de Chillon, entlang einer Palmen und Blumen gesäumten Uferpromenade. Wirklich schön hier. Richtung Lausanne geht es dann leider wieder auf einer vielbefahrenen Landstraße weiter. Hier geht ein 0rt faüt fmießend in den nächsten über. In Lausanne genießen wir den Rest des Tages auf dem örtlichen Campingplatz faul in der Sonne.