Samstag, 8. September 2018

Tag 10 bis Tag 15

Montag, 03.09.

Die Fahrt geht im Zickzackkurs heute weiter, mal fahren wir an der Seepromenade unten lang, mal geht die Fahrt hoch in die Weinberge über dem See mit Blick auf den See. Die Berge am anderen Seeufer kann man nur erahnen, zu diesig heute. Am See unten kommen wir an einem urigen kleinem französisch angehauchtem Dörfchen vorbei, Saint Prex. Eigentlich sollte unsere Fahrt heute kurz vor Genf auf einem Zeltplatz enden, dieser stellt sich allerdings nur als Caravanstellplatz heraus, nix Zelte. Also gehts noch 20km weiter durch Genf durch, auf einen Campingplatz oberhalb von Genf. Durch Genf durch heißt das Stop and Go, 20m fahren -Ampel -20m fahren ...
Der Camping hier ist nicht schlecht, liegt aber direkt an der Einflugschneise zum Flughafen. Bei manchen vorbeikommenden Fliegern hat man das Gefühl dem Piloten faßt die Hand schütteln zu können.
Auf dem Camping lernen wir 2 Schweizer Radreisende kurz kennen. Die beiden lassen sich gerade von einem Taxi abholen um zum Essen zu fahren. Die Ausrüstung der beiden ist komplett neu, Zelt, Fahrräder, Packtaschen staubfrei, kratzerfrei wie im Katalog. Die beiden machen sich nicht mal die Mühe die Packtaschen
abzuladen. Wie unterschiedlich Fahrradreisen doch aussehen können, schmunzeln wir über die beiden, während wir uns die selfmade Spaghetti an der Kochstelle vorm Zelt reinhauen.




Dienstag, 04.09.

Hurra wir sind in Frankreich, 20km hinter Genf überfahren wir die Grenze und freuen uns schon auf die französische Lebensart. Weitere 20km weiter kehren wir in einem Dorf, mittlerweile mittags, in ein Restaurant ein, dringend nötig, da Frühstück bisher heute ausgefallen war. Was gibt es besseres als ein französisches Restaurant um 2 Mahlzeiten auf zu holen. Wir werden auch nicht enttäuscht, nach 4 Gängen und 2 Stunden später, müssen wir wieder aufs Rad klettern. Von der Rhone an sich sehen wir heute wenig. Die Fahrt ist ziemlich hügelig. Erst am Campingplatz in Seyssel treffen wir wieder auf die Rhone.



Mittwoch, 05.09.

Frühstück gibts heute beim französischen Bäcker um die Ecke. Danach gehts weiter die Rhone entlang, die mittlerweile schon zu einem ziemlich breiten Fluss geworden ist. Schön ist das es hier in Frankreich keine Ufereinfassungen mehr gibt, sondern natürlich belassene Ufer. Die Rhone hat sich ihr Tal hier durch Kalkstein gefressen, so das die Hänge ähnlich wie an der heimischen Saale aussehen. Unsere Tour heute verläuft aber relativ flach heute, meist schön unten an der Rhone entlang. Da wir gestern so faul waren, wird das heute eine ganz schöne Mörderetappe. Vor aĺlen Dingen ab nachmittags brennt die Sonne unerbittlich und kaum Schatten unterwegs. Uns ist danach zumute unterwegs in die Dorfbrunnen zu springen, leider zu viel Publikum, aber zur Erfrischung reichts. Nach ca.120km kommen wir dann an unserem Ziel einem Campingplatz bei Saint Vulbas an. Ein Sprung in den Pool hier spült einen Teil der Reisestrapazen schnell von uns ab, eine wahre Wohltat.



Donnerstag, 06.09.

Beim Zeltabbau morgens macht es pmötzlich Knack-Knack. Mist da sind mit einem Schlag 2 Aluverbinder zwischen den Zeltstangen gebrochen. Ein Alu erbinder war s hon in der Schweiz gebrochen, dafür hatte ich noch ein provisorisches Rohrstück zum Überbrücken dabei. Das waren jetzt eindeutig 2 Knackse zuviel, so kriegen wir das Zelt nichz mehr aufgebaut. Somit steht das Programm für heute fest, nach Lyon fahren und irgendeinen Ersatz finden. Nach Lyon rein kommt man mit Fahrrad vom Osten her recht gut. Man fährt durch die parkartigen  Rhoneauen neben der Stadt. Den ganzen Tag über nieselt es heute. Einen Campingladen finden wir auch. Leider hat der nicht meine Gestängeverbinder. Der Angestellte ist aber super nett und bastelt uns kurzerhand eine neue Zeltstange mit gleicher Länge, so kann ich die alte Stange als Ersatzteilspender benutzen. Von Lyon sehen wir heute bis auf ein paar Innenstadtstraßen heute nicht viel. Bei dem miesen Wetter macht so ein Stadtbummel auch nicht allzuviel Spass. Wir beschliessen also weiter zu fahren. Da mittlerweile Rush hour ist nicht die beste Idee. So quälen wir uns mit hupenden Autoströmen in mittlerweile strömenden Regen Richtung Süden aus der Stadt raus. Nach 30km Stop and Go ist es dann fast geschafft und wir stehen auf einem Campingplatz in Givors. Blöd nur hier gibts keine Rezeption und man macht uns schnell klar das hier ist ein Privatverein und nicht öffentlich. Na super, mein Handy hat im strömenden Rehen mittlerweile auch den Geist aufgegeben, somit auch keine Navigation mehr möglich. Im nächsten Dorf finden wir eine hilfsbereite französische Familie, die uns den Weg zu einem Hotel in der Nähe zeigt. Wir werden auch auf einen Kaffee eingeladen, lehnen aber ab, wir sind bis auf die Knochen durchnäßt und wollen nur noch so schnell wie möglich ins Hotel und die Klamotten wechseln. Trotz allem eine supernette Begegung, die solchen Reisen ihren Erinnerungswert gibt.


Freitag, 07.09.

Mein Handy findet seine Lebensgeister trotz Bearbeitung mit Heißluftphön nicht wieder. Mist jetzt haben wir nur noch die Himmelsrichtungen zur Orientierung. Wir fahren erstmal weiter nach Vienne. Das ist schon ganz schön blöd plötzlich ohne Karte und Navigation in einem fremden Land zu stehen. In einem Buchladen finden wir eine kleine Kartensammlung zum Rhoneradweg, aber auch unvollständig und ohne Campingplätze, nur bedingt hilfreich, gibt einem zumindest ein besseres Gefühl. Nach längerem Suchen finden wir dann endlich einen Service Point for Mobiles. Und was soll ich sagen nach 30 Sekunden haben die mein Smartphone wie von Zauberhand wieder rebootet. Ich bin überglücklich, schon krass wie fast unersetzbar so ein Smartphone werden kann. In der Zwischenzeit haben wir Vienne etwa erkundet, ein superschönes Städtchen mit Kathedrale und alten römischen Anlagen, unzähligen Gäßchen zum Erkunden. Mittlerweile nachmittags geht die Fahrt dann weiter, und was soll ich sagen nach 10km bricht ein Verbinder an meinem Fahrradgepäckträger. Noch kann ich damit weiterfahren, aber das sollte schleunigst repariert werden, bevor da noch mehr wegbricht. Nach 20km erreichen wir Saint Pierre de Boeff, wo wir campen. Beim Zeltaufbau bricht der nächste Aluverbinder, was für ein Schrott. Zum Glück haben wir noch Ersatzteile von der alten Zeltstange. Was für eine Tour, ich sollte sie mittlerweile in Tour de Carambolage umbenennen.





Samstag, 08.09.

Die Strecke entlang der Rhone ist komplett flach. Wir fahren fast den ganzen Tag in Sichtweite der Rhone. Es geht durch kleine Städtchen mit großen schönen alten Brücken über die Rhone.
Nach 30km erreichen wir Sarris, hier gibt es einen Fahrradladen. Der Monteur hat aber keine Zeit für uns, so schleife ich mir in seiner Werkstatt die gebrochene Strebe selbst zurecht, um sie anschließend mit einem Blech medizinisch korrekt zu schienen. Saubere Arbeit, so kanns weiter gehen.
Die nächste größere Stadt ist nach weiteren 50km Valence. Besonders gefällt uns hier der schöne Park mit Springbrunnen und alten schattigen Bäumen, genau das richtige bei der brennenden Sonne. Nach weiteren 10km landen wir auf einem kleinen Campingplatz.



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